Aktuelle Informationen

 

Antibiotika-Resistenzen – eine zunehmende Gefahr

Experten des HZI geben eine Einschätzung der Lage

In einem kürzlich veröffentlichten Bericht warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor der Gefahr zunehmender Antibiotika-Resistenzen. WHO-Vizechef Keiji Fukuda sprach sogar von der Gefahr einer "Post-Antibiotika-Ära", in der eigentlich besiegt geglaubte Infektionskrankheiten wieder tödlich enden könnten.

Doch was kann man dagegen tun? Wie ernst ist die Lage in Deutschland? Ist es noch möglich, die Situation zu retten?

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Menschen und Haustiere mit gleichen MRSA infiziert

Cambridge – Genom-Analysen bestätigen, was epidemiologische Untersuchungen seit längerem vermuten lassen. Hunde und Katzen sind laut einer Publikation in mBio (2014; 5: e00985-13) häufig mit den gleichen Keimen besiedelt wie die Menschen.

Ein Team um den Veterinärmediziner Mark Holmes von der Universität Cambridge in England hat das Genom von 46 Isolaten des Problemkeims MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) sequenziert. Die Proben stammten von Katzen und Hunden, die an zwei großen Tierkliniken und mehreren kleineren Tierarztpraxen behandelt worden waren. Sie hatten überwiegend unter Wund- oder Weichteilinfektionen gelitten, die auch beim Menschen häufig mit MRSA besiedelt sind.

Die Erbgut-Analyse zeigte, dass alle Keime zum gleichen Stamm der epidemischen MRSA-15 gehören und hier zur klonalen Linie ST22, die sich ab den 1990er Jahren von England ausgehend über ganz Europa ausgebreitet hat. Die Bakterien glichen genetisch den MRSA, die in anderen Studien beim Menschen isoliert und gensequenziert worden waren. Die in den einzelnen Tierkliniken isolierten MRSA waren sich so ähnlich, dass Holmes von einer nosokomialen Ausbreitung ausgeht.

Die geringen Unterschiede lassen vermuten, dass die Bakterien ohne weitere Anpassung vom Menschen auf die Haustiere und umgekehrt übertragen werden können. Holmes vermutet deshalb, dass Haustiere ein mögliches Reservoir für Infektionen beim Menschen sind.

Dabei könnten Resistenzen zunächst in der Tiermedizin gezüchtet werden und dann auf den Menschen übertragen werden. Die isolierten Keime verfügten selten über Resis­tenz-Gene für Erythromycin, das in der Veterinärmedizin in England selten eingesetzt wird. Häufiger waren dagegen Resistenz-Gene für Clindamycin. Dieses Antibiotikum wird in England von Tierärzten häufig eingesetzt.

Deutsches Ärzteblatt - Mittwoch, 14. Mai 2014


WHO warnt vor Post-Antibiotika-Ära

Genf – Der weitgehende Wirkungsverlust von antimikrobiellen Medikamenten ist für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine Bedrohung der Zukunft mehr, sondern eine globale Realität. Der stellvertretende Generaldirektor Keiji Fukuda warnte bei der Vorstellung des ersten WHO-Reports zur Resistenzproblematik sogar vor dem bevor­stehenden Beginn einer Post-Antibiotika-Ära.

Ohne koordiniertes Handeln aller Verantwortlichen könnte schon bald der Zustand eintreten, dass häufige Infektionen und leichte Verletzungen, die in den letzten Jahrzehnten relativ einfach behandelt werden konnten, zu einer tödlichen Gefahr würden, meinte Fukuda. Er warnte, dass effektive Antibiotika die längste Zeit eine der Säulen für ein längeres und gesünderes Leben gewesen sein könnte, wenn nicht sofort signifikante Gegenmaßnahmen ergriffen würden. Dieser Pessimismus gründet sich auf eine Umfrage in allen 194 Mitgliedsländern der Organisation.

Die vollständige Mitteilung, die am 30.04.2014 im Deutschen Ärzteblatt publiziert wurde, können Sie unter folgendem Link aufrufen:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58507

Stand: 08.05.2014


 Hygiene im Krankenhaus

Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. (LZG) hat im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Materialien entwickelt, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Krankenhaus Praxishilfen für die Einhaltung der Hygieneregeln zu geben:

Mehrere Filme, eine Online-Fortbildung und ein Computerspiel für das Fachpersonal sind in Zusammenarbeit mit dem Sankt Vincentius Krankenhaus Speyer entstanden. Die Materialien sind über die elearning-Plattform der LZG zugänglich. Bei Fragen zur Online-Fortbildung wenden Sie sich bitte per Email an die Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Außerdem wurde eine Broschüre "Hygiene im Krankenhaus" speziell für ehrenamtlich Aktive im Krankenhaus (z. B. Grüne Damen und Herren) gemeinsam mit dem Katholischen Klinikum Mainz erstellt.

Stand: 02.12.2013


Publikation im Rahmen von EurSafety Health-net/ MRSA-net

Die Euregionalen Koordinatoren haben den Erfolg der EUREGIONALEN Netzwerkbildung nun in der wissenschaftlichen Zeitschrift Eurosurveillance publiziert. In der interdisziplinären und deutsch-niederländischen Zusammenarbeit, bei der öffentlicher Gesundheitsdienst, Universitäten, Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime, Rettungsdienste und mikrobiologische Laboratorien in der Grenzregion die in der Euregio entwickelte MRSA-Präventionsstrategie „Search&Follow“  umgesetzt haben. Die Publikation zeigt die Bedeutung des MRSA-Screenings als einen wichtigen Baustein der MRSA-Prävention, von dem alle weiteren gezielten Maßnahmen zur Reduktion der Verbreitung von MRSA abhängen. In den fast 40 Krankenhäusern der deutschen EUREGIO hat die Präventionsleistung durch Screening signifikant zugenommen, zeitgleich haben im Krankenhaus erworbene MRSA-Infektionen signifikant abgenommen. Die Publikation zeigt zum ersten Mal über einen mehrjährigen Zeitraum, dass im Vergleich zu anderen Regionen, die Umsetzung einer Präventionsstrategie in allen Krankenhäusern einer Versorgungsregion, die absolute Anzahl von MRSA-Infektionen signifikant innerhalb von 2 Jahren senkt und niedrig halten kann. Die Publikation zeigt zudem, dass die Zusammenarbeit der Krankenhäuser und der weiterbehandelnden Arztpraxen mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst und den Universitäten/Universitätskliniken von besonderer Bedeutung ist.

Lesen Sie mehr (Artikel in englischer Sprache)
Stand: 19.09.2013


Ein Blick in die Netzwerkarbeit inSachsen: Regionale Netzwerke gegen Multiresistente Erreger arbeiten flächendeckend in Sachsen

Lesen Sie weiter unter Medienservice Sachsen
Stand: 19.09.2013


Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention geht an Prof. Dr. Helge Karch

Weitere Informationen unter Ärztezeitung und Robert-Koch-Stiftung e. V.
Stand: 05.09.2013


Antibiotika-Strategie Niedersachsen

Die Entdeckung der Antibiotika gehört zu den bedeutendsten Entwicklungen der Medizingeschichte. Lebensbedrohliche bakterielle Infektionskrankheiten können seither geheilt werden. Antibiotika können die Vermehrung von Bakterien verhindern oder sie abtöten.

Dagegen haben Bakterien in der Evolution jedoch eine Überlebensstrategie ausgebildet: Die Entwicklung von Antibiotika-Resistenzmechanismen. Resistente Erreger sind zwar nicht von vornherein „gefährlicher" für den Menschen. Im Falle einer Infektion ist eine Antibiotikatherapie jedoch schwieriger. Bei Mehrfachresistenzen stehen unter Umständen keine oder nur noch geringe Therapieoptionen zur Verfügung. Selbst hochwirksame Antibiotika bleiebn dann ohne Wirkung.

Antibiotikaresistente Bakterien können sich ausbreiten und vermehren. Das größte Risiko besteht in Krankenhäusern, da es dort im Rahmen der Behandlung und Pflege regelmäßig zu übertragungsrelevanten Patientenkontakten kommt und vermehrt Menschen behandelt werden, die eine Antibiotikatherapie erhalten haben oder erhalten. Daher kommen Hygienemaßnahmen in diesen Einrichtungen eine besondere Bedeutung zu.

Die Entwicklung der Resistenzen kann auf zwei Weisen eingedämmt werden....lesen Sie weiter auf der Homepage des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes.
Stand: 03.09.2013


Antibio­tika-Resistenz: Erster VRSA-Fall in Europa

Lissabon – In der portugiesischen Hauptstadt sind erstmals für Europa Methicillin-resistente Staphylococcus aureus isoliert worden, die auch auf Vancomycin unem­pfindlich reagierten.

Lesen Sie weiter im Deutschen Ärzteblatt
Stand: 04.07.2013


MRE-Netz Rhein-Main feiert dritten Geburtstag

Das MRE-Netz Rhein-Main feiert am Montag, 10. Juni, sein dreijähriges Bestehen. MRE steht für Multiresistente Erreger, also Bakterien, gegen die die meisten Antibiotika unwirksam sind. „Wir freuen uns, nun erstmals MRE-Siegel an 25 Krankenhäuser und 15 Altenpflegeheime verleihen zu können. Diese Einrichtungen arbeiten seit mehr als zwei Jahren aktiv im Netzwerk mit und haben alle Voraussetzungen erfüllt“, teilt Ursel Heudorf vom Amt für Gesundheit mit.

Weiterlesen: Amt für Gesundheit der Stadt Frankfurt/ Main
Stand: 07.06.2013


Robert Koch-Institut: MRSA leicht rückläufig

Berlin – Das vermehrte Risikobewusstsein zu Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) scheint Wirkung zu zeigen. Verschiedene Surveillance-Systeme zeigen einem Beitrag im Epidemiologischen Bulletin (2013; 21: 187-193) zufolge einen rück­läufigen Trend bei dem Problemkeim, der aber weiterhin zu den häufigsten multiresis­tenten Erregern in deutschen Krankenhäusern gehört.

Weitere Informationen unter Deutsches Ärzteblatt
Stand: 28.05.2013


Kliniken im Nordosten: Gemeinsames Projekt gegen MRSA

Weitere Infos: Deutsches Ärzteblatt