Surveillance

Nosokomiale Infektionen sind Infektionen, die in zeitlichem Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme stehen und nicht bereits vorher bestanden. Sie gehören zu den häufigsten Infektionen in Deutschland und den häufigsten Komplikationen medizinischer Behandlungen insgesamt.

Ein Teil dieser Infektionen ist durch Präventionsmaßnahmen vermeidbar. Die Dokumentation sinkender oder niedriger Infektions- und Resistenzraten hilft dabei, das Erreichen des Präventionszieles zu objektivieren (Surveillance).


Zu den international bewährten Maßnahmen der Prävention und Kontrolle nosokomialer Infektionen gehören insbesondere eine etablierte Surveillance.

  • Surveillance nosokomialer Infektionen

Von besonderer Bedeutung sind mehrfach gegen Antibiotika resistente Erreger.

  • Surveillance von Antibiotika-Resistenzen

Aufgrund des engen Zusammenhanges zwischen Selektrionsdruck und Häufigkeit resistenter Erreger ist die systematische Erfassung und Bewertung des Antibiotikaverbrauchs wichtig.

  • Surveillance Antibiotika-Verbrauch

Ziele der Surveillance

  • Bestimmung der Ausgangsinfektionsrate einer Patientengruppe
  • Beobachtung von Trends und Entwicklungen
  • Beurteilung des Effektes bestimmter Interventionsmaßnahmen
  • Beurteilung der Entwicklung des Risikopotentials

Wie funktioniert Surveillance?

Zunächst benötigt man einen Überblick über die eigene Einrichtung. Dazu gehört die Erfassung der IST-Situation und die gezielte Analyse und entsprechende Schlussfolgerungen für die Prävention. Die Art der Datenerfassung ist in diesem ersten Schritt zunächst nicht wichtig.

In einem zweiten Schritt werden die eigenen Daten mit geeigneten Daten anderer Einrichtungen verglichen. Hier ist die Art der Datenerfassung ein wichtiger Aspekt. Bereits die intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema wird dann zu einer Verbesserung der IST-Situation führen ("Hawthorne-Effekt").

Daten aus Surveillance-Systemen verschiedener Länder haben gezeigt, dass die regelmäßige Teilnahme an einem nationalen Surveillance-System und das Feedback der eigenen Daten zu einer signifikanten Reduktion der Rate von nosokomialen Infektionen (25-65%) führen.


In Deutschlad können die Daten über das Nationale Surveillance System des Nationalen Referenzzentrum (NRZ) erfasst werden. Das NRZ hat hierfür das Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) entwickelt.


Repräsentative und aktuelle Daten zur Resistenzlage in Krankenhäusern und Arztpraxen bietet die Antibiotika Resistenz Surveillance (ARS). Daten aus den Labormeldungen werden hier verarbeitet und der (Fach-)öffentlichkeit zur Verfügung gestellt und bieten eine Orientierung zur Beurteilung der eigenen Resistenzraten.


Die Surveillance des Antibiotika-Verbauchs kann über verschiedene System erfolgen.

  • ADKA-if-DGI (antiinfektiva surveillance)
  • SARI (Surveillance der Antiviotika-Anwendung und der bakteriellen Resistenz auf Intensivstationen) vom NRZ
  • AVS (Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance) vom NRZ und dem RKI